Kritische Lücken in Ubiquiti-Geräten: Update jetzt einspielen
Ubiquiti hat gleich 25 Sicherheitslücken in seinen UniFi-Produkten geschlossen – und einige davon haben es richtig in sich. Wer Router, Netzwerkspeicher, Kamerasysteme oder Gebäudetechnik von Ubiquiti im Einsatz hat, sollte diese Woche nicht mehr lange warten.
Was ist passiert?
Betroffen ist praktisch die gesamte Produktpalette des Herstellers: Router, Gateways, Netzwerkspeicher, Videoüberwachung und Gebäudesteuerung. Das Gefährliche dabei: Für die meisten der Lücken reicht simpler Netzwerkzugriff – ein Angreifer muss sich nicht erst im selben WLAN oder LAN befinden. Da tausende dieser Geräte direkt aus dem Internet erreichbar sind, genügt für viele Angriffe eine Verbindung über das offene Netz.
Am schwersten wiegt eine Lücke in der UniFi Connect Application, mit der sich smarte Gebäudetechnik wie digitale Displays oder Ladestationen verwalten lässt. Sie erreicht mit 10 von 10 möglichen Punkten die höchstmögliche Risikobewertung. Grund dafür ist eine unzureichende Zugriffskontrolle, über die sich aus der Ferne beliebige Befehle auf dem betroffenen Gerät ausführen lassen – ganz ohne gültige Zugangsdaten.
Volle Kontrolle über Kern-Infrastruktur und Spezialanwendungen
Fast ebenso kritisch: Zwei Schwachstellen im Betriebssystem UniFi OS, die zusammen einen CVSS-Wert von 9,9 erreichen. Die erste (CVE-2026-54402) erlaubt das Einschleusen von Befehlen, allerdings zunächst nur mit eingeschränkten Rechten. Die zweite (CVE-2026-54403) hebelt genau diese Einschränkung aus, indem sie die komplette Authentifizierung umgeht. In Kombination reicht das für die vollständige Übernahme von Routern, Cloud-Controllern und Netzwerkvideorekordern – ohne dass der Angreifer jemals ein echtes Passwort besitzen muss.
Auch spezialisierte Anwendungen sind betroffen: UniFi Access, das physische Türsteuerungen verwaltet, weist drei Schwachstellen auf, darunter eine Befehlsinjektion und Fehler, über die sich Rechte ausweiten und lokale Dateien auslesen lassen. In der Telefonielösung UniFi Talk ermöglichen SQL-Injection-Lücken eine administrative Rechteausweitung. Und beim Videoüberwachungssystem UniFi Protect sorgt eine Server-Side-Request-Forgery-Lücke dafür, dass sich Authentifizierung umgehen und Videostreams oder Kameradaten unbefugt abgreifen lassen.
Wer ist betroffen?
Kurz gesagt: praktisch jeder, der UniFi-Hardware oder -Software im Einsatz hat – von Privatanwendern mit einem UniFi-Router bis zu Unternehmen, die komplette UniFi-Infrastruktur inklusive Kameras, Türsteuerung oder Telefonanlage betreiben. Besonders gefährdet sind Geräte, die direkt über das Internet erreichbar sind, etwa Cloud-Controller oder Gateways ohne zusätzliche Absicherung.
Was ist zu tun?
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA weist darauf hin, dass frühere Ubiquiti-Lücken bereits wenige Tage nach Bekanntwerden aktiv ausgenutzt wurden. Bei einer maximal bewerteten Lücke mit derart einfachen Angriffsvoraussetzungen ist davon auch dieses Mal auszugehen. Die einzig wirksame Schutzmaßnahme: die verfügbaren Updates so schnell wie möglich einspielen – auf allen betroffenen Geräten, nicht nur auf den offensichtlichsten.
Wer UniFi-Geräte im Netz hat und sich nicht sicher ist, welche Systeme betroffen sind oder wie ein Update sauber eingespielt wird: Wir übernehmen das gerne. Als IT-Dienstleister aus Köln betreuen wir Netzwerk- und Sicherheitsinfrastruktur für kleine und mittlere Unternehmen – vom einmaligen Update bis zur laufenden Wartung im Managed-Service. Sprecht uns einfach an.
Unsere Einschätzung
25 Lücken auf einen Schlag, davon mehrere mit Bestnote im Risiko-Ranking – das ist selbst für ein Netzwerkgeräte-Ökosystem wie UniFi eine ungewöhnlich geballte Ladung. Problematisch ist vor allem die Kombination aus geringen Angriffsvoraussetzungen (reiner Netzwerkzugriff reicht) und der Tatsache, dass viele dieser Geräte ungeschützt im Internet stehen. Wer sein Netzwerk und die daran hängende Gebäudetechnik ernst nimmt, patcht hier nicht „wenn Zeit ist“, sondern in den nächsten Tagen.







